Inklusives Kinderrechte- und Schutzkonzept bei Löwenherz
Kinderrechte stärken, Würde schützen
Kinderrechte sind keine Selbstverständlichkeit, und Kinderschutz darf niemals zur formalen Pflichtübung werden. „Unser Anspruch ist es, diesen Rechten gerecht zu werden. Im Großen wie im Kleinen, im Alltag ebenso wie in besonderen Momenten“, betont Löwenherz-Geschäftsführerin Juliane Schulze.

„Kinderrechte dürfen keine leeren Worte sein. Sie fordern uns heraus, unsere Arbeit immer wieder zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Sie erinnern uns daran, dass jedes Kind – unabhängig von seiner Erkrankung – eine eigene Persönlichkeit mit eigenen Wünschen, Ängsten und Rechten ist“, so Juliane Schulze weiter.
Kinderrechte: Prävention an erster Stelle
Diese Grundhaltung bildet auch die Basis eines inklusiven Konzepts für Kinderrechte und Kinderschutz, das bei Löwenherz von einem multiprofessionellen Team entwickelt wird. Prävention steht dabei an erster Stelle. Das Konzept setzt nicht erst ein, wenn Probleme entstehen. Es schafft von Beginn an klare Strukturen, die Kinder und junge Menschen in ihren Rechten stärken und ihr Wohl und ihre Würde schützen.
Der Fokus liegt auf echter Partizipation, die in der kinderhospizlichen Arbeit weit mehr bedeutet als bloße Teilhabe. Kinder und junge Menschen werden ernst genommen, ihre Bedürfnisse wahrgenommen und altersgerecht einbezogen. Sie bestimmen ihren Tagesablauf, bringen Ernährungsvorlieben ein und beteiligen sich an Freizeitangeboten. Auch in der Auseinandersetzung mit Abschied und Tod werden sie aktiv begleitet. So erhalten sie trotz ihrer Erkrankungen Entscheidungsmacht zurück. Und sie erleben Selbstwirksamkeit, gerade in einer Lebensphase, die häufig von Kontrollverlust geprägt ist.
Recht auf Schutz, Beteiligung und Selbstbestimmung
„Jeder junge Mensch hat das Recht auf Schutz, Beteiligung und Selbstbestimmung. Mit unserem inklusiven Kinderrechte- und Schutzkonzept setzen wir dafür einen klaren Rahmen“, betont Eileen Gala, Koordinatorin am Löwenherz-Stützpunkt Bremen und verantwortlich für die Entwicklung des Konzepts. Ergänzt wird dieses Konzept durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, einen verbindlichen Verhaltenskodex sowie durch eine Verhaltensampel. Diese macht den professionellen Umgang mit Nähe und Distanz für Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Familien transparent und nachvollziehbar.