„Und deswegen wird es wunderschön“
Über die Kunst, neue Räume für alte Erinnerungen zu schaffen
Wo bleibt der Platz für Erinnerungen, wenn alles neu wird? Welchen Raum bekommen Emotionen, wenn es den Ort ihres Ursprungs auf einmal nicht mehr gibt? Fragen wie diese begleiten die umfangreichen Sanierungsarbeiten im Kinderhospiz schon seit den ersten Planungsrunden.

So wird sich an den Grundrissen nichts ändern, selbst die Schmetterlinge der Kinder im Eingangsbereich werden später wieder an dieselbe Stelle gehängt. „Neben allen gesetzlichen und technischen Anforderungen haben wir uns immer die Frage gestellt: Wie konservieren wir das Löwenherz-Gefühl? Denn wir wissen, wie eng die emotionale Bindung der Familien an das ‚alte‘ Kinderhospiz ist, welchen Stellenwert die Erinnerungen im Leben einnehmen“, betont Geschäftsführerin Juliane Schulze.
Das können Britta und Gerd nur bestätigen. 17 Jahre ist es her, als sie mit ihrer damals neunjährigen Tochter Lena zum ersten Mal zu Löwenherz kamen. „Gleich der erste Aufenthalt hat uns nachhaltig bewegt, so herzlich wurden wir aufgenommen“, erinnert sich Gerd. Viele weitere Besuche sollten folgen.
Umso schwerer fiel der Familie 2014 dann der Gedanke an den „Umzug“ ins Jugendhospiz. War das Kinderhospiz mit den vielen schönen Momenten über die Jahre doch auch ein emotionaler Anker geworden. Aber die Sorge währte nur kurz. „Wir haben ganz schnell gesagt ‚Ist das schön hier‘. Auch wegen der Räume und des Ortes an sich – vor allem aber, weil die herzliche Wärme geblieben ist“, sagt Britta.
Aus dieser Erfahrung heraus möchten sie allen Familien und auch Löwenherz-Mitarbeitenden sagen: „Am wichtigsten sind die Menschen, nicht die Räume. Und deswegen wird es nach dem Umbau bestimmt wunderschön werden.“