Ein Blick zurück – und ein Ausblick
Weltgedenktag für verstorbene Kinder bei Löwenherz
Trauer ist vielfältig. Sie kommt in Wellen, sie kann leise sein oder laut, schwer oder ganz still. Manchmal braucht es das Alleinsein – und manchmal ein gemeinsames Ritual wie das am Weltgedenktag für verstorbene Kinder bei Löwenherz.

Raum für Licht, Erinnerung und Verbundenheit
Am zweiten Sonntag im Dezember stellen Menschen weltweit Kerzen ins Fenster – als Zeichen der Liebe, der Verbundenheit und dafür, dass verstorbene Kinder nicht vergessen werden. Auch im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz ist dieser Tag seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des gemeinsamen Erinnerns.
In diesem Jahr war jedoch vieles anders: Durch die große Baustelle im Kinderhospiz konnten die gewohnten Räume für die Gedenkfeier nicht genutzt werden. Daher fand das Erinnern bereits am Sonntag zuvor im Jugendhospiz statt. Fünfzehn Familien folgten der Einladung: Eltern, Geschwister, Großeltern. Menschen, die einander verstehen, ohne viele Worte.
Rituale, die tragen
Nach einem ersten Ankommen bei Kaffee und leisen Gesprächen begann das vertraute Ritual. Jede Familie erhielt einen kleinen Spiegel – ein zentrales Symbol des diesjährigen Gedenkens. Auf diesem Spiegel schrieben die Eltern den Namen ihres verstorbenen Kindes.
Im gemeinsamen Kreis, begleitet durch Musik von Sören Tesch, gedachten die Familien ihrer Kinder. Fotos wurden in die Mitte gestellt, Kerzen entzündet. Ein Moment, der jedes Jahr aufs Neue tief berührt: still, voller Liebe, voller Erinnerung.
„Spiegel der Seele“ – Gedanken von Seelsorgerin Maren Kujawa
In ihrer Ansprache zum vorgezogenen Weltgedenktag für verstorbene Kinder sprach Seelsorgerin Maren Kujawa über die Bedeutung des Spiegels als Bild für die Seele – ein Motiv, das in Märchen, Mythen und im eigenen Erleben erscheint. „Ein Spiegel kann uns zeigen, was wir sehen wollen – aber auch das, wovor wir manchmal die Augen verschließen. Er ist ein Symbol für unsere Seele. In ihm spiegeln sich unsere Geschichten, unsere Verletzungen und unsere Liebe.“
Im Mittelpunkt stand eine geführte Spiegelmeditation: Die Familien hielten ihre Spiegel, sahen den Namen ihres Kindes – und sich selbst dahinter. „Manchmal sehen wir nur den Schmerz“, so Kujawa. „Manchmal den Menschen, der wir in der Trauer geworden sind. Und manchmal spüren wir, wie viel unseres Kindes in uns weiterlebt.“
Der Spiegel wurde so zu einem Bild für die Sensibilität unseres Inneren – und für die Bedeutung, den Blick immer wieder zu heben: weg vom Schmerz allein, hin zur Verbundenheit mit den Menschen, die uns tragen.
Ein Weg nach draußen – in Licht und Verbundenheit
Den Abschluss des Gedenkens bildete der gemeinsame Gang in den Erinnerungsgarten. Jede Familie erhielt eine Laterne, die sie dort – bei einem gemeinsamen Lied und in stillem Gedenken – am Stein ihres Kindes aufstellte.
Beim anschließenden Essen blieb Raum für Begegnungen, Gespräche und das, was Löwenherz ausmacht: ein Miteinander im tiefsten Sinn.
Sonntagsbrunch für Trauernde am Weltgedenktag für verstorbene Kinder
Am 14. Dezember 2025, dem offiziellen Weltgedenktag für verstorbene Kinder, werden im Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz wie jedes Jahr um 19 Uhr Kerzen in die Fenster gestellt – als Teil des weltweiten Lichterbandes.
Bereits am Vormittag laden wir ein zu einem besonderen Angebot in Bremen:
Sonntagsbrunch für Trauernde
14. Dezember 2025 • 11 bis 13 Uhr
Löwenherz Akademie, Bremen
Außer der Schleifmühle 46, 28203 Bremen
Unser Sonntagsbrunch schafft einen geschützten Raum für trauernde Eltern, Geschwister und Angehörige: einen Ort ohne Vorgaben, ohne Erwartungen – aber mit liebevoller Begleitung. Ein Raum, in dem verstanden wird, was Worte oft kaum fassen können.