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Unterstützung auf dem ganzen Weg

Die schwerwiegendste Entscheidung

Die Entscheidung über Leben und Tod des ungeborenen Kindes ist sicher eine der schwerwiegendsten für werdende Eltern. Da sind sich Gesine und Florian einig. Genau diese Entscheidung aber mussten sie treffen. „Wie soll das gehen? Wir brauchten definitiv jemanden an unserer Seite“, sagt Gesine rückblickend. Unterstützung fanden sie in der pränatalen Begleitung von Löwenherz.

Ein Tisch auf dem viele gelbe Sterne aus Pappe liegen sowie ein paar Teelichte im Glas stehen.

Es sollte eine reine Routineuntersuchung sein, der Ultraschall bei der Gynäkologin. Doch es gibt starke Auffälligkeiten. Nach weiteren Untersuchungen steht schnell fest: Andra, der ungeborenen Tochter von Gesine und Florian, der kleinen Schwester von Marie, fehlen angelegte Hirnstrukturen. Ein Leben ohne schwerste Beeinträchtigungen und lebenserhaltende Maschinen schließen die Ärzte aus. Auch eine Gefährdung der Mutter sowie Komplikationen bei weiteren Schwangerschaften seien möglich. Aus medizinischer Sicht drängt die Zeit, eine Entscheidung muss her. Aber wie geht es weiter?

Pränatale Begleitung bei Spätabbruch und palliativer Geburt

„Als Ansprechpartnerinnen für Abschied und Trauer können wir Türöffner sein – für alles, auch für die zunächst undenkbar scheinenden Gedanken und Möglichkeiten. Sowohl auf dem Weg einer palliativen Geburt als auch bei der Geburt durch einen Spätabbruch begleiten wir die Familien und sind an ihrer Seite“, sagt Isa Groth, die gemeinsam mit Mila Nolting die pränatale Begleitung von Löwenherz für Südost-Niedersachsen anbietet. „Wir begleiten zu Terminen, unterstützen beim Aufbau eines Netzwerks, behalten das Familiensystem im Blick, klären auf und vermitteln Kontakte zu Familien, die Ähnliches erlebt haben.“

Gesine und Florian entscheiden sich schließlich für einen Spätabbruch, einen Fetozid. „Diese Entscheidung haben wir nie in Frage gestellt. Löwenherz hat uns als Familie auf dem gesamten Weg begleitet. Dafür sind wir unendlich dankbar. Unsere Erfahrung  möchten wir teilen und weitergeben.“

Heute, rund drei Jahre später, bereichern die anderthalbjährigen Zwillinge Fritz und Otto das Leben der Familie. Marie hat eine Kerze für Andra gestaltet, um die Erinnerung an sie wachzuhalten.

Lars Kattner, Pressereferent im Kinderhospiz Löwenherz

Ein Beitrag von

Lars Kattner

Pressereferent

Bei Löwenherz zuständig für Buchstaben, Wörter, Sätze und ganze Texte. Schreibt auf, was Menschen zu sagen haben und trägt so die Anliegen der Kinderhospizarbeit in die Welt.

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